Wachkoma (Apallisches Syndrom)
Beim Wachkoma oder apallischen Syndrom kann die betroffene Person nicht essen, nicht trinken und kaum bis gar nicht kommunizieren. Dennoch schlafen sie und manche reagieren auch auf Reize. Doch viele erwachen niemals ganz aus ihrem Dämmerschlaf.
Die Augen geöffnet, die Mimik erstarrt in einer Mischung aus Erstaunen und Desinteresse, nicht fähig sich zu bewegen oder irgendwie Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen: Patienten im Wachkoma sind weniger als der Schatten ihrer selbst. "Apallisches Syndrom" nennen Mediziner diesen Zustand zwischen der tiefen Bewusstlosigkeit (Koma) und dem bewussten Wachsein, wie Gesunde es erleben. Etwa 3000 bis 5000 Menschen fallen in Deutschland jedes Jahr in ein Wachkoma. Einigen gelingt es, sich wieder in die Welt der Wachen zurück zu kämpfen. Schätzungsweise 12000 dämmern dauerhaft vor sich hin.
Ursachen für ein Wachkoma
Ursächlich für das apallische Syndrom sind oft Unfälle, bei denen das Gehirn verletzt wurde. Auch durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff – zum Beispiel durch einen Narkosezwischenfall oder nach einer Wiederbelebung nach einem langen Herzstillstand – kann ein Mensch ins Wachkoma geraten. Oft schließt sich das Wachkoma an ein richtiges Koma an. Doch von Erwachen kann eigentlich nicht geredet werden. Diese Patienten atmen zwar ohne maschinelle Hilfe. Auch ihr Schlaf-Wach-Rhythmus ist vorhanden. Sie sind aber nicht in der Lage zu essen oder zu trinken und müssen darum künstlich ernährt werden.
Die Rehabilitation zu früh wie möglich beginnen
Je früher ein Patient mit der Rehabilitation beginnen kann, desto größer sind die Chancen auf eine Heilung oder zumindest auf eine Besserung des Zustands. Je umfassender die Betreuung, desto besser. Angehörige sollten viel mit den Patienten sprechen, bei der Pflege mithelfen und sich zeigen lassen, wie sich richtig mit dem Koma- oder Wachkomapatienten umgehen müssen. Schon kleine Signale wie das Heben einer Augenbraue oder ein Zucken mit dem Finger können erste Zeichen für das Wiedererwachen des Bewusstseins sein. Oft vergehen aber Monate, bis sich erste Erfolge zeigen. Die Rehabilitation und Pflege eines Patienten im Wachkoma geht finanziell in die Tausende Euro pro Monat. Viele Krankenkassen bezahlen nur bis zu einem gewissen Punkt und nehmen vielen Menschen so die Möglichkeit, weiter Fortschritte zurück Richtung Normalität zu machen.
Enorme Belastung der Angehörigen
Doch nicht nur finanziell wird den Angehörigen viel abverlangt. Die Pflege eines geliebten Menschen, der in eine so hilflose Situation geraten ist, ist eine enorme nervliche und oft auch körperliche Belastung, vor allem, wenn die Pflege zu Hause erfolgt. In Selbsthilfegruppen und bei Beratungsstellen finden sie Hilfe und können mit anderen Betroffenen sprechen.